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Der Wechselkurs des Euro zum Dollar ist der Preis, bei dem die Weltnachfrage nach US-Dollar dem Weltangebot an Euro entspricht. Ungeachtet des geographischen Ursprungs führt eine Zunahme der Weltnachfrage nach Euros zu einer Aufwertung des Euro.
Man hat vier Faktoren ermittelt, die den realen Euro-Dollar-Wechselkurs grundlegend bestimmen:
Der nominale bilaterale Dollar-Euro-Kurs ist derjenige Wechselkurs, der am meisten Aufmerksamkeit erregt. Obwohl die bilateralen Euro/US-Dollar-Handelsverbindungen vergleichsweise wichtig sind, ist der Handel mit Großbritannien für die Eurozone in gewisser Hinsicht wichtiger als derjenige mit den USA. Der Dollar und der Euro haben die starke Veranlagung, sich kurzfristig betrachtet in dieselbe Richtung zu bewegen, doch es kann manchmal zu signifikanten Diskrepanzen kommen. Die sehr starke Aufwertung des Dollar gegenüber dem Euro im Jahr 2003 ist ein Beispiel für diese Diskrepanzen.
Langfristig betrachtet ist die Korrelation zwischen dem bilateralen Dollar-Euro-Wechselkurs und verschiedenen Maßzahlen des effektiven Euroland-Wechselkurses ziemlich hoch, insbesondere, wenn man den effektiven realen Wechselkurs betrachtet. Da die Inflation in den USA und dem Eurogebiet einen ähnlich hohen Stand hat, muss der Dollar-Euro-Kurs nicht aus Inflationsgründen angepasst werden, aber weil die Eurozone auch intensiven Handel mit Ländern betreibt, in denen die Inflation relativ hoch ist (z.B. einige Länder in Mittel- und Osteuropa, Türkei usw.), ist es wichtiger, die Bedeutung der nominellen Wechselkursmaßzahlen zu relativieren, indem man die relativen Preis- und Kostenentwicklungen betrachtet.
Der Fall des DollarDer ruhige und gleichmäßige Rückgang des Dollars von Anfang 2002 bis Anfang 2004 gegenüber Euro, australischem Dollar, kanadischem Dollar und einigen weiteren Währungen (d.h. sein handelsgewichteter Durchschnitt - und das ist zum Zweck der Handelsanpassung die eigentlich wichtige Messgröße) war zwar signifikant, betrug aber nur etwa 10 Prozent.
Es gibt zwei Gründe, warum man sich keine ernsthaften Sorgen über einen freien Fall des Dollars zu machen braucht. Der erste ist, dass das US-Außendefizit nur hoch bleiben wird, wenn das US-Wachstum lebhaft bleibt. Doch wenn die USA weiterhin stark wachsen, werden sie auch weiterhin sehr attraktiv für Auslandskapital sein, wodurch der Dollar gestützt werden dürfte. Der zweite Grund ist, dass die Versuche der Währungsbehörden in Asien, ihre Währungen schwach zu halten, wahrscheinlich nicht funktionieren werden.
Die Grundtheorien, die dem Dollar-Euro-Wechselkurs zugrunde liegen:Gesetz des einheitlichen Preises: An konkurrierenden Märkten ohne Handelsbarrieren durch Transportkosten müssen sich in unterschiedlichen Ländern verkaufte identische Produkte zum selben Preis verkaufen, wenn die Preise in derselben Währung ausgedrückt werden.
Zinseffekte: Wenn Kapital frei strömen darf, stabilisieren sich die Wechselkurse an einem Punkt, an dem gleiche Zinssätze hergestellt sind.
Die Doppelkräfte Angebot und Nachfrage bestimmen die Euro-Dollar-Wechselkurse. Verschiedene Faktoren wirken auf diese beiden Kräfte ein, die wiederum die Wechselkurse beeinflussen:
Das geschäftliche Umfeld: Positive Anzeichen (was Regierungspolitik, Konkurrenzvorteile, Marktgröße usw. betrifft) steigern die Nachfrage nach der Währung in dem Maß, wie immer mehr Unternehmen dort investieren wollen.
Aktienmarkt: Die wichtigsten Aktienindizes haben ebenfalls eine Korrelation mit den Währungskursen.
Politische Faktoren: Sämtliche Wechselkurse reagieren empfindlich auf politische Instabilität und erwartete neue Regierungsmaßnahmen. Zum Beispiel schwächt die politische oder finanzielle Instabilität in Russland auch den Euro-Dollar-Kurs, da Deutschland umfangreiche Investitionen in Russland getätigt hat.
Wirtschaftsdaten: Wirtschaftsdaten wie z.B. Arbeitsmarktberichte (Lohnlisten, Arbeitslosenrate und Stundendurchschnittsverdienst), Verbraucherpreisindizes (VPI), Erzeugerpreisindizes (EPI), Bruttoinlandsprodukt (BIP), internationaler Handel, Industrieproduktion, Verbrauchervertrauen usw. beeinflussen ebenfalls Fluktuationen an den Devisenmärkten.
Das Vertrauen in eine Währung hat den größten Einfluss auf den realen Euro-Dollar-Wechselkurs. Entscheidungen werden auf der Grundlage erwarteter Zukunftsentwicklungen getroffen, die sich auf die Währung auswirken können. Ein EUR/USD-Wechselkurs kann innerhalb von einem von vier Hauptarten von Wechselkurssystemen operieren:
Vollkommen feste WechselkurseIn einem System mit festen Wechselkursen interveniert die Regierung (oder die Zentralbank im Namen der Regierung) am Währungsmarkt, damit der Wechselkurs dicht bei einem Wechselkursziel bleibt. Sie hat sich auf einen einzigen festen Wechselkurs festgelegt und erlaubt keine größeren Abweichungen von diesem zentralen Kurs.
Halbfeste WechselkurseDie Währung kann sich innerhalb erlaubter Fluktuationsbereiche bewegen. Der Wechselkurs ist das vorrangige Ziel der Wirtschaftspolitik, Zinssätze werden festgesetzt, um das Ziel einzuhalten, und der Wechselkurs erhält ein bestimmtes Ziel.
Freie WechselkurseDer Wert der Währung wird allein durch die Marktkräfte Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt bestimmt. Handels- und Kapitalströme sind die Hauptfaktoren, die den Wechselkurs beeinflussen. Ein System mit freien Wechselkursen: Währungssystem, in dem sich die Wechselkurse aufgrund der Marktkräfte bewegen dürfen, ohne dass die nationalen Regierungen eingreifen. Zum Beispiel interveniert die Bank von England nicht aktiv an den Währungsmärkten, um eine gewünschte Wechselkurshöhe zu erreichen. Bei freien Wechselkursen bewirken Änderungen bei Marktnachfrage und -angebot, dass sich eine Währung im Wert ändert. Systeme mit vollkommen freien Wechselkursen sind selten - die meisten Regierungen versuchen bisweilen, den Wert ihrer Währung zu steuern, indem sie Zinssätze und andere Faktoren ändern.
Gesteuerte freie WechselkurseRegierungen verwenden normalerweise ein Wechselkursregime, das heftige Kursausschläge durch Deviseninterventionen auffängt, sofern sie nicht Teil eines Systems mit festen Wechselkursen sind.
Die Vorteile fester Wechselkurse sind die Nachteile freier Kurse:Feste Kurse geben Exporteuren und Importeuren größere Sicherheit, und unter normalen Umständen gibt es weniger spekulative Aktivität - wenngleich dies davon abhängt, ob die Händler an den Devisenmärkten einen gegebenen Wechselkurs für angemessen und glaubwürdig halten.
Vorteile freier WechselkurseFluktuationen des Wechselkurses können ein automatische Regulativ für Länder mit einem großen Zahlungsbilanzdefizit darstellen. Ein zweiter zentraler Vorteil freier Wechselkurse besteht darin, dass die Regierung/Währungsbehörden in der Festsetzung von Zinssätzen flexibel ist/sind.
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